Zwei Fragen, ein Rechner: Wie hoch die Buchstaben sein müssen, damit man sie aus deiner Entfernung liest — und wie weit eine Höhe trägt, die schon feststeht. Dazu die Frage, die dir sonst niemand beantwortet: ob wir das so überhaupt fertigen können.
WIE GROSS MUSS DIE SCHRIFT SEIN?
WORAUF SICH DIE ZAHL BEZIEHT.
Ein Buchstabe hat zwei Höhen. Die Versalhöhe ist die des großen A — das ist die Zahl, die du zeichnest und die du bei uns bestellst. Die Mittellänge ist die des kleinen x, ohne Ober- und Unterlänge. Je nach Schrift sind das 60 bis 75 Prozent der Versalhöhe.
DIN 1450 rechnet mit der Mittellänge, nicht mit der Versalhöhe. Der Grund leuchtet ein: In gemischt gesetztem Text liest man überwiegend Kleinbuchstaben, und die entscheiden darüber, ob ein Wort auf einen Blick erkannt wird.
Viele Rechner im Netz übergehen das und setzen dieselbe Zahl als Versalhöhe an. Deshalb fallen unsere Werte rund 40 Prozent größer aus als anderswo. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Unterschied zwischen der Norm und einer verkürzten Lesart.
Der Rechner zeigt dir beide Höhen. Setzt du nur Großbuchstaben, gibt es keine Mittellänge — dann ist die Versalhöhe selbst die Lesehöhe. Deshalb fragt der Rechner danach.
DIE NORM, UND DIE FAUSTREGEL.
DIN 1450 „Schriften – Leserlichkeit" setzt die Mittellänge ins Verhältnis zum Abstand: Mittellänge in Zentimetern gleich Betrachtungsabstand in Zentimetern geteilt durch 250. Aus 6 Metern sind das 2,4 Zentimeter Mittellänge, bei einer normalen Grotesk also rund 3,3 Zentimeter Versalhöhe.
Daneben gilt in der Werbetechnik eine gröbere Faustregel: ein Zentimeter Buchstabenhöhe je Meter Abstand. Aus 6 Metern wären das 6 Zentimeter — fast das Doppelte.
Beides ist richtig, es sind nur zwei verschiedene Fragen. Die Norm beschreibt bequemes Lesen bei gutem Licht, gutem Kontrast und einem Betrachter, der stehen bleibt. Die Faustregel rechnet mit dem, was draußen passiert: ein Blick im Vorbeifahren, schräg von unten, bei Regen und Gegenlicht.
Deshalb nennt der Rechner beide Werte. Drinnen und im Stehen — Türschild, Leitsystem, Ausstellung — genügt die Norm. Fassade, Verkehr, alles in Bewegung: nimm die Faustregel.
UND OB WIR ES FERTIGEN KĂ–NNEN.
Ein Buchstabe wird nicht gedruckt, er wird geschnitten. Drei Wege, drei Grenzen — und die entscheiden mit, welche Größe sinnvoll ist.
Gefräst auf der Zünd. Wir fahren einen Fräser mit 4 Millimetern Durchmesser. Der schmalste Strich, den wir stehen lassen, misst 8 Millimeter — dünner bricht der Steg. Ein einzelner Buchstabe wird ab rund 8 Zentimetern Höhe gefräst; kleiner geht auch, dann müssen wir ihn mit Stegen im Material halten, und das ist Handarbeit. Jede Innenecke wird rund, mit 2 Millimetern Radius: bei 8 Millimetern Strichstärke ein Viertel des Strichs, das sieht man. Je größer der Buchstabe, desto unauffälliger wird es. Material sind Acrylglas, Aluverbund und Aluminium bis 4 Millimeter, bis 3,2 × 3,2 Meter.
Gelasert auf dem Trotec. Hier liegt die Grenze bei 1,5 Millimetern Strichstärke. Deshalb ist der Laser der Weg für kleine Schriften und feine Formen — und die Schnittkante bleibt glatt und glänzend, ganz ohne Nacharbeit. Arbeitsbereich 1.500 × 1.250 Millimeter, und nur Acrylglas, Holz und Holzwerkstoffe. Was der Laser sonst noch kann, steht beim Laserschneiden.
Als Folienplot. Klebefolie direkt auf Scheibe, Wand oder Fahrzeug. Schmalster Strich 2 Millimeter, Kleinbuchstaben ab etwa 1,5 Zentimetern Höhe — darunter lässt sich die Folie nicht mehr sauber entgittern und verkleben.
Nach oben setzt das Tafelformat die Grenze. Was größer wird, bauen wir mehrteilig, und für sehr große, leichte Buchstaben nehmen wir Styropor. Welche Bauweise wozu passt, steht bei Buchstaben und Logos.
WAS DIE RECHNUNG NICHT WEISS.
Die Größe ist nur ein Faktor unter vielen — DIN 1450 zählt 44 davon auf. Vier entscheiden in der Praxis fast immer mit:
Kontrast. Für Schriftzeichen im öffentlichen Raum verlangt DIN 32975 einen Leuchtdichtekontrast von mindestens 0,7, für Schwarz auf Weiß 0,8. Grau auf Grau kann rechnerisch groß genug und trotzdem unlesbar sein.
Licht und Blickwinkel. Was weit über Augenhöhe hängt, wird schräg gesehen und wirkt dadurch gestaucht. Dann lieber großzügig rechnen — oder das Schild neigen.
Wer liest. Die Norm rechnet für die breite Bevölkerung mit einer Sehschärfe von 0,7. Für Orientierungsschilder, die auch sehbeeinträchtigte Menschen lesen sollen, ist 0,1 anzusetzen; für Senioren empfiehlt DIN 1450 den Faktor 1,4 bis 1,75. Bei öffentlichen Auftraggebern sind solche Werte oft verbindlich — sag uns das dazu.
Heller Text auf dunklem Grund sollte rund 10 Prozent größer sein als umgekehrt. Er wirkt optisch dünner, als er ist.
SCHICK UNS, WAS DU VORHAST.
Der Rechner gibt dir eine belastbare Größe und sagt dir, welches Verfahren dafür in Frage kommt. Was er nicht kann: deine Schrift ansehen. Eine feine Schrift mit dünnen Haarstrichen scheitert an der Fräse, wo eine Groteske derselben Höhe längst durchgeht.
Schick uns dein Logo als Vektordatei und sag uns, wo es hin soll und aus welcher Entfernung es gelesen werden muss. Wir sagen dir, welche Höhe wir empfehlen, was sich davon fertigen lässt und wo wir die Zeichnung anpassen würden.
Und wenn es ums Drucken geht statt ums Schneiden: Für Bilddaten gibt es den Auflösungsrechner.

