In Grossraumbüros, Kantinen und Besprechungsräumen ist selten die Lautstärke das Problem, sondern der Nachhall. Jede harte Fläche wirft den Schall zurück, Stimmen legen sich übereinander, und nach zwei Stunden ist man müde, ohne zu wissen warum. Absorber nehmen dem Raum diese Energie — und sie müssen dabei nicht aussehen wie Technik.
Akustikbilder und
Schallabsorber
Was wir bauen
Bedruckte, schallabsorbierende Akustikbilder für die Wand — das Bürobild ist der häufigste Fall —, freistehende Trennwände fürs Büro, abgehängte Deckensegel. Der Absorber steckt im Rahmen, darüber liegt die Bespannung — und die drucken wir im eigenen Haus, auf denselben Maschinen wie die Bespannung unserer Spannrahmen. Das Motiv ist frei: eigenes Bild, Farbfläche, Logo oder ein Foto in Bildqualität.
Die Werte, nach denen du fragen wirst
Ein Absorber besteht bei uns aus zwei Teilen: dem Akustikvlies aus Polyesterfaser und dem bedruckten Stoff davor. Beide hängen zusammen – der Stoff muss den Schall durchlassen, sonst arbeitet das Vlies dahinter gegen eine Wand.
Wir halten 40 mm Vliesstärke und zwei Stoffqualitäten am Lager, weitere Strukturen bestellen wir nach Bedarf. Was dieser Aufbau leistet, ist gemessen und nicht geschätzt – im Hallraum nach DIN EN ISO 354, bewertet nach ISO 11654, von einem nach ISO/IEC 17025 akkreditierten Prüflabor:
- Stoff für den Direktdruck auf 40 mm Vlies: alpha-w 0,95 – Absorberklasse A, NRC 0,95
- der dichtere Rahmenstoff auf 40 mm Vlies: alpha-w 0,85 – Absorberklasse B, NRC 0,90
Klasse A ist die höchste Stufe. 📌 Und der bessere Wert kommt ausgerechnet von dem Stoff, der für den Direktdruck mit Sublimationstinten entwickelt wurde – also genau für das Verfahren, mit dem wir ohnehin drucken. Schön und wirksam sind hier kein Widerspruch.
Ein Buchstabe sagt zu wenig
alpha-w 0,95 ist ein einzelner Wert – er fasst eine ganze Kurve zusammen. Und die Kurve ist das, was du im Raum hörst: Ein Absorber arbeitet nicht bei jeder Tonhöhe gleich gut.
Absorptionsgrad alpha-p – 1,0 heisst: der Schall dieser Tonhöhe wird praktisch vollständig geschluckt.
- Stoff für den Direktdruck auf 40 mm Vlies – Klasse A
- dichterer Rahmenstoff auf 40 mm Vlies – Klasse B
Ab 500 Hertz ist dieser Aufbau am Anschlag – und genau dort liegen Stimmen, Tastaturen, Geschirr und alles, was einen Raum anstrengend macht. Nach unten fällt er ab: bei 125 Hertz, also tiefem Brummen, nimmt er noch 15 Prozent. 🔑 Das ist kein Mangel dieses Materials, sondern Physik – tiefe Töne haben lange Wellen, und die brauchen Bautiefe, nicht Fläche.
Der Unterschied zwischen unseren beiden Stoffen liegt in der Mitte, bei 250 und 500 Hertz. Ab 1000 Hertz nehmen beide praktisch alles, was ankommt. Wer viel Sprache im Raum hat, gewinnt mit dem Stoff für den Direktdruck also genau dort, wo Sprache verständlich wird.
Die Stärke entscheidet, nicht die Fläche
Tiefe Töne brauchen Dicke. Dasselbe Vlies in dünner Ausführung fällt in der Messung auf Klasse D zurück – es nimmt dann noch Höhen und Zischlaute, aber nicht mehr den Nachhall, der einen Raum anstrengend macht. Deshalb liegen bei uns 40 mm am Lager und nicht die dünne Variante.
🔑 Der zweite Hebel wird meistens vergessen: der Abstand zur Wand. Ein Absorber mit Luft dahinter wirkt deutlich tiefer als derselbe Absorber direkt auf dem Putz – die Einbausituation verschiebt die Wirkung ins Bassige, ohne dass das Material dicker wird. Wir planen den Abstand deshalb mit, statt nur über die Stärke zu reden.
Wer stattdessen dünnes Material grossflächig verteilt, gibt Geld für die falsche Frequenz aus.
Was das in einem Raum bedeutet
Ein Beispiel, damit die Zahlen greifbar werden. Besprechungsraum, 7 × 5 Meter, 3 Meter hoch – also 105 Kubikmeter. Glas, Beton, Estrich, ein Tisch, Stühle. Solche Räume liegen im Sprachbereich häufig bei rund 1,2 Sekunden Nachhallzeit.
Jetzt hängen 12 Quadratmeter Akustikbilder an der Wand: sechs Elemente à 2,0 × 1,0 Meter, bedruckt, Klasse A auf 40 mm Vlies.
- Was der Raum schon schluckt: 0,163 × 105 m³ ÷ 1,2 s = 14,3 m² Absorptionsfläche
- Was die Bilder dazubringen: 12 m² × (1,00 − 0,03) = 11,6 m². Abgezogen ist die Wand, die sie verdecken – die schluckte vorher praktisch nichts.
- Neue Nachhallzeit: 0,163 × 105 m³ ÷ 25,9 m² = 0,66 Sekunden
Aus 1,2 Sekunden werden 0,66. Für Besprechungs- und Konferenzräume dieser Grösse gelten rund 0,5 bis 0,8 Sekunden als Zielwert; die Grundlage dafür ist DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“. Der Raum landet also im Band – mit sechs Bildern, nicht mit einer zugehängten Wand.
📌 Und die ehrliche Kehrseite, dieselbe Rechnung bei 125 Hertz: Dort liefern dieselben 12 m² nur 1,4 m² statt 11,6. Die Nachhallzeit sinkt von 1,2 auf rund 1,1 Sekunden – praktisch nicht. Wer ein tiefes Brummen loswerden will, braucht andere Mittel als Fläche.
Gerechnet ist das nach Sabine, T = 0,163 × V ÷ A. Die Formel gilt für Räume, in denen sich der Schall gleichmässig verteilt, und sie rechnet mit Mittelwerten – ein realer Raum mit Fensterfront auf einer Seite und Teppich nur unter dem Tisch verhält sich anders. Für eine Zusage messen wir vor Ort. Für eine erste Aussage reicht diese Rechnung, und du kannst sie nachrechnen.
Brandschutz ist keine Kür
Stoff und Vlies sind schwer entflammbar nach EN 13501 geprüft. In Büros, Schulen, Kliniken und öffentlichen Gebäuden ist das meist Vorschrift – und der Punkt, an dem eine hübsche Lösung ohne Nachweis wieder ausgebaut wird. 📌 Frag nach der Schreibweise, die in deiner Ausschreibung steht: „B1 nach DIN 4102" und „B-s1,d0 nach EN 13501" sind nicht dasselbe, und öffentliche Auftraggeber fragen fast immer nach der zweiten.
Dazu kommt, was man dem Material nicht ansieht: Das Vlies ist mineralfaserfrei – es juckt und färbt nicht ab, auch nicht beim Zuschnitt –, sortenrein aus Polyester und damit recycelbar, und die Stoffe sind nach ÖkoTex Klasse II zertifiziert, also für Hautkontakt freigegeben. Hergestellt wird beides in Deutschland. Und wenn die Elemente ausgedient haben, nehmen wir sie zurück: Über das Rückholsystem des Herstellers gehen sie in den Materialkreislauf statt in den Abfall. 📌 Verlangt eine Ausschreibung Klasse I – die Stufe für Artikel, die Säuglinge in den Mund nehmen könnten –, geht das nur mit einem Stoff ohne Direktdruck-Coating: Er wird im Transferverfahren bedruckt und hat kein Brandschutzzertifikat. Beides zusammen – Direktdruck und Brandschutz – gibt es nur in Klasse II. Sag uns früh, wenn Klasse I gefordert ist, dann wählen wir den Weg danach aus.
Für Räume gebaut,
in denen Menschen sitzen
Absorber hängen dort, wo Menschen den ganzen Tag sind – im Büro, in der Kantine, im Klassenzimmer. Deshalb zählt nicht nur, wie sie klingen.
Die Bespannung entsteht im Sublimationsdruck auf einer Agfa Avinci DX3200, mit wasserbasierter Tinte. Die Farbe geht dabei in die Faser, statt als Schicht darauf zu liegen: Es bleibt keine Farbschicht auf dem Stoff, die sich lösen, abfärben oder ausdünsten könnte. Der Stoff fühlt sich nach dem Druck an wie vorher – und bleibt atmungsaktiv, was für die Akustik nicht unwichtig ist.
Dazu das Vlies darunter: sortenreines Polyester, mineralfaserfrei und nach EN 13501 schwer entflammbar – die gemessenen Werte dazu stehen weiter oben.
Fragt eine Ausschreibung nach einer Emissionsprüfung der Innenraumluft – etwa nach AgBB, Blauer Engel oder Indoor Air Comfort –: Für diese Stoffe gibt es sie nicht. Geprüft und mit Zertifikat belegt sind das Brandverhalten nach EN 13501 und die Hautverträglichkeit nach ÖkoTex Klasse II; dazu liegen Erklärungen zu PFAS und besonders besorgniserregenden Stoffen vor. Sag uns früh, was gefordert ist – dann weißt du vor der Abgabe, was wir belegen können und was nicht, statt es am Abgabetag zu erfahren.
Was wir von dir brauchen
Vier Angaben reichen für eine erste Aussage: Grundfläche und Deckenhöhe, was den Hall macht (Glas, Beton, Estrich, Sichtdecke), wie der Raum genutzt wird — und ob die Absorber an die Wand, unter die Decke oder frei in den Raum sollen. Damit sagen wir dir, wie viel Fläche nötig ist, bevor irgendjemand ein Motiv aussucht.
Du hast einen Raum, der nicht funktioniert? Beschreib ihn uns — oder sieh dir an, wie wir Spannrahmen und Messewände bauen, denn technisch ist es dieselbe Familie.
BEVOR DU ANLEGST.
Das Motiv wird großflächig gedruckt und aus ein bis drei Metern gesehen. Ob dein Bild dafür reicht, rechnet der Auflösungsrechner aus — er ist auf diesen Abstand voreingestellt.
Soll auf dem Absorber Schrift stehen – ein Leitsystem, ein Claim, ein Raumname –, rechnet der Schriftgrößen-Rechner, wie hoch sie für den Leseabstand im Raum sein muss.

